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Die Anfänge in der Pfalz

Erste Gemeinschaftskreise

Die Wurzeln der Gemeinschaftsbewegung reichen zurück in die Anfangszeit des Pietismus, einer kirchlichen Reformbewegung des 18. Jahrhunderts, der sich mit den Namen Spener, Francke und Zinzendorf verband.

In der Pfalz lud Pfarrer Eberhardt, ein missionarisch engagierter Pfarrer in Speyer, in seine Gemeinde immer wieder sogenannte Sendboten der Herrnhuter Brüdergemeine aus Sachsen ein. Von hier aus wanderten sie Jahr für Jahr durchs Land und bezeugten in verschiedenen Hauskreisen, in die sie eingeladen wurden, das rettende Evangelium von Jesus Christus. Im Anschluss an die Verkündigung regten die Missionare Gespräche über das Gehörte an. Es entstanden Bibel- und Gebetskreise, in denen Gottes Wort nicht nur gehört und gelesen wurde, sondern auch überlegt wurde, wie es sich auf den Lebensalltag übertragen ließ. Neue Erweckungslieder wurden gelernt.

So entstanden erste Gemeinschaften in Bergzabern, Haßloch und auch in Lachen-Speyerdorf. Im Jahr 1875 schlossen sich die Landeskirchlichen Gemeinschaften zusammen im „Pfälzischen Evangelischen Verein für Innere Mission“ (heute: Evang. Gemeinschaftsverband Pfalz) mit Sitz in Eisenberg und ihrem Missionshaus in Neustadt/Weinstraße.

Gemeinschaften des Neu-Pietismus

Im ausgehenden 19. Jahrhundert entstand eine weitere Bewegung die als Neu-Pietismus bezeichnet wird. Angeregt wurde diese durch den wachsenden Einfluss der Heiligungsbewegung in Amerika und England, die auch zur Bildung neuer Kirchen führte, z. Beispiel der Baptisten und Methodisten. Betont wurde die persönliche Erfahrung des Heils durch Jesus Christus, sowie die Erfüllung mit dem Heiligen Geist, die Männern und Frauen gleichermaßen ohne Vermittlung eines Amtsinhabers offenstanden. Davon inspiriert, beschlossen einige Pfarrer bei einer Glaubenskonferenz in Danzig, im Jahr 1899 ein Gemeinschafts-Schwesternhaus zu gründen.

Gott gebrauchte besonders den Ortspfarrer in Vandsburg/Westpreußen, um in seiner Gemeinde ein solches Haus zu gründen, und in den folgenden Jahren auch in Marburg, Gunzenhausen (Bayern) und schließlich am 16. März 1932 in Lachen-Speyerdorf ähnliche Häuser zu eröffnen. Daraus entstand der Deutsche Gemeinschafts-Diakonieverband (DGD) mit heute 6 Diakonissen-Mutterhäusern in Deutschland und weiteren 6 Diakonissen-Mutterhäusern rund um den Globus.

In den ehemaligen Kasernengebäuden am Lachen-Speyerdorfer Flugplatz wurde zunächst begonnen junge Frauen und Männer des gesamten Gemeinschaftsverbandes als Missionskandidaten für andere Länder auszubilden. Diese jungen Diakonissen wie auch die Prediger vom Missionsseminar TABOR in Marburg wurden im Missionshaus für den evangelistischen Dienst ausgebildet und zur Praxis-Erprobung auch ausgesandt neue Gemeinschaften zu gründen.

Die „Marburger“ in Lachen-Speyerdorf

Die Zentrale des DGD war inzwischen von Vandsburg nach Marburg/Lahn verlegt worden. Von dort kamen die ersten Prediger und Diakonissen nach Lachen-Speyerdorf an die neu gegründete Ausbildungsstätte für Missionskandidaten. So nannte man die jungen Diakonissen und Prediger des Missionshauses einfach „die Marburger“. Diese hielten im Ort „Stunden“ und luden auch zu Veranstaltungen ins Missionshaus ein.

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